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Ehemalige/ruhende Projekte

Naturschutzdienste

In den Naturschutzgebieten "Berghauser Matten", "Jennetal" und "Schauinsland" werden an Tagen mit besonders hohem Besucherandrang Naturschutzwarte eingesetzt, die für einen respektvollen Umgang mit der Natur sorgen sollen.

Berghauser Matten

Die Berghauser Matten zwischen Ebringen und Wittnau sind Teil der Schönberggruppe südwestlich von Freiburg. Bis Anfang der neunziger Jahre wurde das Gebiet von der französischen Armee als Truppenübungsplatz genutzt, weshalb dort die Intensivierung der Landwirtschaft noch nicht mit gleicher Härte zugeschlagen hat wie andernorts. Die Hänge rund um die Berghauser Kapelle, etwa 150 ha, stehen seit 1996 unter Schutz. Auf engstem Raum stehen hier verschiedenartige Lebensräume nebeneinander. Neben Weidehängen, die auch heute noch von Schafen bestoßen werden, gehören außer den dominierenden Halbtrockenrasen und Streuobstflächen Glatthaferwiesen, Waldbereiche, Gebüsche, Grünland, einige Kleingewässer und Röhrichtbestände zum Schutzgebiet. Dementsprechend findet der Naturfreund hier Riesenschachtelhalm ebenso wie Hundswurz, Sonnenröschen, Hügelmeister, Ohnsporn, Brandknabenkraut, rotes und weißes Waldvögelein und Erdbeerklee; an Tierarten zum Beispiel Neuntöter, Dorngrasmücke, Wendehals, Glatt- und Ringelnatter, Weinhähnchen und Lauchschrecke. Das Betreten der Schutzgebiets ist abseits der ausgewiesenen Wege nur unmittelbar um die Berghauser Kapelle erlaubt.

 

Jennetal

Am Westabbruch des Schwarzwaldes, in der Vorbergzone liegt auf Ebringer Gemarkung im nordwestlichen Teil des Schönbergs das Naturschutzgebiet Jennetal. Auf den anstehenden Konglomeraten haben sich nur flachgründige Böden entwickelt, die durch raschen Abfluß der Niederschläge sehr trocken stehen. Klimagunst und extensive Grünlandnutzung haben eine wärmeliebende, trockenresistente Flora entstehen lassen. So finden sich hier etwa Traubeneiche, Flaumeiche, Mehl- und Elsbeere und auch der seltene Speierling.

Ihr schütteres Kronendach begünstigt lichtbedürftigen Unterwuchs, der hier und auf den umliegenden Saumbeständen und Halbtrockenrasen gedeihen kann. Bereits 1983 wurden 33 Brutvogelarten im Gebiet festgestellt, darunter Zaunammer und Hohltaube; daneben weitere Raritäten wie Gottesanbeterin, Schwalbenschwanz, Weidenalant und zahlreiche Orchideenarten. Vor allem die Kernzone des Schutzgebiets, der Sumser Garten, ist berühmt für seinen Orchideenreichtum. Hier finden sich Knabenkräuter, Ragwurzarten, Riemenzunge, vielblütige Weißwurz und manch andere Kostbarkeit. 1995 wurden die umliegenden Trockenrasen und Eichen-Hainbuchenwälder ebenfalls unter Schutz gestellt, so daß das Naturschutzgebiet nunmehr 22,8 ha umfaßt. Der Sumser Garten mußte aus Schutzgründen eingezäunt werden. Während der Orchideenblüte (Mitte April bis Ende Juni) ist er an Wochenenden und Feiertagen öffentlich zugänglich. Gleichzeitig sind an diesen Tagen die ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten des Landkreises allein oder zu zweit unterwegs, um Besuchern die Besonderheiten des NSG zu erläutern und die Einhaltung der Schutzbestimmungen zu gewährleisten. Um den Reichtum des Schutzgebietes zu erhalten, ist es u. a. nicht erlaubt, Pflanzen zu entnehmen, abseits der ausgewiesenen Wege zu lagern oder die Wege zu verlassen.

 

Schauinsland

Der Schauinsland ist der Hausberg Freiburgs. Seit dem 10. Jahrhundert als Hochweide genutzt und im Mittelalter als 'Erzkasten' für seine reichen Silbervorkommen berühmt, wird der 1284 m hohe Berg in unseren Tagen als Naherholungsgebiet und Aussichtsberg geschätzt. Im Zuge des Silberbergbaus entwaldet, werden die Gipfel heute extensiv landwirtschaftlich genutzt. Hier halten sich Flügelginsterweiden und Borstgrasrasen, auf denen noch Scheuchzers Glockenblume, Weißzüngel, Schweizer Löwenzahn und Bergwohlverleih wachsen. Auf Quellgebieten stehen kleine Hochmoore an, Alpenmilchlattich und Waldgeißbart sind um den Gipfel allenthalben zu finden. Berühmt ist er jedoch insbesondere für seine von beständigem Wind zerzausten Bäume, die so genannten Windbuchen, die der Landschaft vor allem im Herbstnebel ein bizarres Aussehen verleihen. Dorngrasmücke und Zitronengirlitz sind oft zu beobachten; im Herbst ziehen bis zu 30.000 Vögel pro Tag über den Schauinsland nach dem Süden. Seitdem der Gipfel durch Seilbahn und Straße erschlossen ist, stellt er einen über die Maßen bequem zu erreichenden Ausgangspunkt dar, den Schwarzwaldwestweg, den Dreiländerweg und manch andere Höhenwege oder Loipen zu erreichen, den Bergwildpark Steinwasen, die Schaubauernhöfe oder das Besucherbergwerk. Dennoch kommen drei Viertel der rund 500.000 Besucher pro Jahr mit dem Auto; die meisten wegen der Aussicht. An manchen Wochenenden finden sich mehrere tausend Schau-Lustige, um auf dem Eugen-Keidel-Turm den Blick über Feldberg, Belchen und Kandel schweifen zu lassen, über Kaiserstuhl, Rheinebene und Vogesen, an klaren Tagen bis zu den Alpen. Diese Besucherströme sind es auch, die die Gipfelregion gefährden, denn manch einer hält sich nicht an das Wegegebot und sucht auf direktem Wege zum Turm zu gelangen. Doch ist das Gelände unmittelbar um den Gipfel recht steil und daher erosionsgefährdet, denn seit dem (späten) Abschmelzen der Eiszeitgletscher hat sich in dieser Region nur eine dünne Frostschuttdecke mit flachgründigen, mageren Böden entwickelt. Einmal zertreten, braucht die Grasnarbe Jahre, um wieder Fuß zu fassen, wenn es ihr denn überhaupt gelingt.

Um die zwangsläufige Erosion minimal zu halten, werden die Besucher auf einigen ausgewiesenen Wegen zum Gipfel geleitet, ferner ist das Fahrradfahren zwischen Rundweg und Gipfel untersagt. Die Wiesen südlich des Gipfels wurden durch jahrhundertelange extensive Weidenutzung ausgemagert und bieten nun seltenen Pflanzen wie etwa der Arnika Lebensraum. Diese steilen Magerrasen vertragen weder das Betreten durch Sonnenhungrige, Abkürzungswütige oder Sammler seltener Blumen noch den Abfall, den manche Besucher so gerne zurücklassen. Daher achten ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte an Tagen mit starkem Besucherandrang auf die Einhaltung dieser Vorschriften. Zusätzlich zur üblichen Vergütung sind am Schauinsland Berg- und Talfahrt für die Naturschutzbeauftragten gratis.

 

Was ist ein Naturschutzwart?

Den ehrenamtlichen Naturschutzdienst können nach § 52 LNatSchG Männer und Frauen ausüben, die zuverlässig sind, über 18 Jahre alt und von gutem Leumund, ihren Wohnsitz im Lande haben, die nötigen naturkundlichen und schutzrechtlichen Kenntnisse besitzen, mit den örtlichen Verhältnissen, insbesondere in den Schutzgebieten vertraut sind und schließlich bereit zu ehrenamtlichem Überwachungsdienst für längere Zeit. Wer diese Kriterien erfüllt, kann einen Antrag an die untere Naturschutzbehörde stellen. Als Naturschutzwart erhält man Ausweis, amtliche Plakette und ein Taschenbuch mit den wichtigsten Bestimmungen und ist berechtigt, im betreffenden Landkreis 'die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz der Natur und der Landschaft zu überwachen', insbesondere in Schutzgebieten aller Art, aber auch in der freien Landschaft. Das heißt im Klartext, man informiert über Ziele und Notwendigkeit des Naturschutzes an sich, überwacht und verhindert Eingriffe in geschützte Güter möglichst frühzeitig und repräsentiert quasi die naturschützende Amtsgewalt. Diese beschränkt sich allerdings darauf, die Personalien schwerwiegender Rechtsverletzer aufzunehmen. Die oft verwendete Bezeichnung 'Ranger' wird also nicht in der ursprünglichen Bedeutung umgesetzt. Andererseits genießt der Naturschutzwart während des Dienstes Unfallversicherungsschutz und ist als Amtsträger im Sinne des § 11.1.2.c StGB gegen Angriffe Dritter verstärkt geschützt. Soviel zur Theorie. In der Praxis gilt es, vor Ort im Sinne des Naturschutzes 'Flagge zu zeigen', die Besucher der Schutzgebiete zu informieren und ggf. höflich zu belehren, Anregungen entgegenzunehmen und schließlich Schäden festzustellen und zu melden. Über Verlauf des Dienstes und dabei getätigte Amtshandlungen erstellt man ein Protokoll, das der Naturschutzbehörde weitergeleitet wird. Diese honoriert die Bemühungen der Naturschutzwarte durch ein je Einsatztag an die Naturschutzverbände gezahltes Entgelt. Die AGN betreut im Wechsel mit anderen Verbänden der Region derzeit die drei genannten Schutzgebiete im Freiburger Raum.

Info

Berghauser Matten: Martin Salcher
martin.salcher(a)blnn.de

Jennetal: Georg Ilgenfritz
georg.ilgenfritz(a)blnn.de

Neuhäuser Teich

Lage

Der Neuhäuser Teich ist ein künstlich angelegtes Laichgewässer in Kirchzarten- Neuhäuser zwischen Freiburg und Kirchzarten. Die betreute Fläche umfasst den Teich selbst, seine Uferzonen, die an zwei Seiten angelegte Hecke und den Wasserzulauf von der Straße. Auf der anderen Seite der Straße befinden zwei kleinere, ehemalige Feuerlöschteiche, die ebenfalls als Laichgewässer genutzt werden.

Ziele

Verbesserung der Lebensraumsituation für Grasfrösche, Erdkröten, Ringelnattern und anderen Arten.

Pflegeplan

Der Neuhäuser Teich wurde als Ausgleichsmaßnahme im Zuge einer Straßenverbreiterung (Flurneuordnungsverfahren) saniert. Der völlig verlandete und undicht gewordene Lehmbodenteich auf Kiesuntergrund wurde ausgehoben und mit einer Bentonitmatte abgedichtet. Bentonit kann ein Vielfaches seines Volumens an Wasser aufnehmen und wird daher sehr dicht.
Vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald - Fachbereich Flurneuordnung und Landentwicklung wurde ein Pflegekonzept erstellt. Das Pflegekonzept sieht vor, dass die Wiesenflächen ab Juni zweimal im Jahr gemäht werden. Für die Anlage der Wiesenfläche wurde eine autochtone Saatgutmischung verwendet. Entlang des Zulaufes und rund um den Teich wird ein Hochstaudensaum entwickelt, der jährlich im Herbst gemäht wird. Invasive Neophyten werden rechtzeitig entfernt. Zur Förderung der Ringelnatter wurde ein Lesesteinhaufen angelegt und ein Teil des Mähgutes auf der Fläche kompostiert. Der Komposthaufen befindet sich außerhalb des 10 Meter breiten Gewässerrandstreifens.
Die für den Naturraum typische Hecke wird alle 10-15 Jahre abschnittsweise auf den Stock gesetzt. Das heißt, dass zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar jeweils 5 bis 10 Meter breite Abschnitte der Hecke kurz über dem Boden abgesägt werden. Dadurch wird erreicht, dass eine mehrstufige Hecke mit besonnten sowie schattigen Bereichen erhalten bleibt. In diesem Zustand ist die Artenvielfalt einer Hecke am höchsten.
Einige Weiden werden zu Kopfweiden erzogen und dafür im Winter regelmäßig geschnitten.
Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Kontrolle des Teiches an sich. Der Zulauf und der Schlammfang müssen regelmäßig von Sedimenten geräumt werden. Es ist darauf zu achten, dass ausreichend Wasser im Teich ist. Es ist möglich, dass der Zulauf in trockenen Sommern kaum noch Wasser führt.

Projektchronik

1978 begann die AGN die Amphibienwanderung an den Feuerlöschteichen beim Schütterlehof zu betreuen. Der Bestand nahm bis 1986 von 2000 auf rund 4500 Tiere zu, sank aber 1987 auf 1300. Die Laichwanderer aus den Bruggawiesen müssen die Anliegerstraße queren, um zu den Feuerlöschteichen zu gelangen, wobei sie dem abendlichen Verkehr zwischen Neuhäuser und Kirchzarten ausgesetzt sind und Verluste erleiden. Schließlich wurde 1994 von der AGN der Neuhäuser Teich zwischen erwähnter Straße und der Brugga angelegt in der Hoffnung, die hier ansässige große Population auf das neue Gewässer umzuprägen. 1999 wurden im Neuhäuser Teich etwa 60 Braunfroschballen gezählt, in den Feuerlöschteichen über 200. Inzwischen laicht auch die Erdkröte im Neuhäuser Teich.
Durch starke Sedimentation im Neuhäuser Teich, verbunden mit der Durchlässigkeit der undicht gewordenen Lehmschicht war es nur noch mit einem hohen Aufwand möglich, während der Laich- und Qualquappenzeit einen ausreichenden Wasserstand für auf über 200 Laichballen angewachsenen Bestand zu gewährleisten.
2008 wurde der Teich als Ausgleichsmaßnahme von der Flurbereinigungsgemeinschaft Fischbach wiederhergestellt. Seitdem befindet sich der Teich im Eigentum der Gemeinde Kirchzarten und wird weiterhin von der AGN betreut.


Streuobstwiese am Schönberg

Projektbeschreibung

Lage:
Der Schönberg (644 m) gehört zur Vorbergzone des Schwarzwaldes und liegt südlich von Freiburg. Er ist reich strukturiert und wird geprägt durch Mischwälder, offene Wiesen mit Hecken und Streuobstanlagen. Auf kalkhaltigen Böden wächst eine artenreiche Flora.

Die von uns betreute Streuobstwiese liegt auf der Gemarkung Freiburg, Stadtteil St. Georgen, oberhalb der Oberen Schneeburgstraße Gewann  Leisacker Buck mit der Flurstücks-Bezeichnung: Bergstück 29615/6.
Zwei angrenzende Teilflächen mit 1321qm und 1444 qm,
Eigentümer: Dr. Wolfgang Langer.




Streuobstwiese ungemäht
Arbeitseinsatz mähen

Projekt:
Die insgesamt 2765qm große Streuobstwiese in Hanglage besteht teilweise aus Halbtrockenrasen, auf dem Orchideen und anderen trocken- und wärme- liebenden Pflanzen wachsen. Besonders zu erwähnen sind einige selten gewordenen Pflanzen wie die Warzenwolfsmilch, Laucharten, die Steppen- Spierstaude, die Schopfige Kreuzblume, der Hirschhaarstrang, der Färberginster, der Blaurote Steinsame, der Abgebissene Pippau, der gefranste Enzian, die Kalk-Herbstaster und die Golddistel (siehe Pflanzenliste).
Der angrenzende Wald mit seinem Waldsaum bietet weiteren Pflanzen, Sträuchern und Bäumen einen Lebensraum.
Durch Mahd der Wiese wollen wir den Boden ausmagern und erreichen, dass einerseits die pflanzliche Artenvielfalt erhalten bleibt und andererseits eine Ausbreitung der seltenen Pflanzen ermöglicht wird.
Der Pflanzensoziologe Prof. Dr. Erich Oberdorfer hat diese Streuobstwiese als die artenreichste und schönste Wiese auf der Gemarkung Freiburg bezeichnet.

Pflegemaßnahmen:
Die AGN und weitere Naturschutzgruppen pflegen diese wertvolle Streuobstwiese.
Die dem Waldverband vorgelagerte Streuobstwiesen incl. Weg wird einmal im Jahr, gemäht, um ein Verbuschen und Verfilzen der Grasnarbe zu verhindern. Der Waldsaum wird so zurück geschnitten, dass ein stufenartiger Aufbau zum Hochwald erreicht wird.
Die Goldrute hat sich in den letzten Jahren an mehreren Stellen in der Wiese ausgebreitet. Seit 2 Jahren bekämpfen wir die Goldrute mit Erfolg, indem wir sie im Frühjahr mit Ihren Rhizomen ausreißen oder gezielt abmähen.
Zwei Obst-Hochstämme (Roter Boskop und Schwarze Kaiserstuhl-Kirsche), sowie einen Speierling pflanzten wir als Ersatz für alte abgestorbenen Obstbäume.

Ergebnis:
Unsere Maßnahmen wie Mahd und Gebüschrückschnitt führten zur leichten Ausmagerung der Wiese. Generell ist zu beobachten, dass der Pflanzenreichtum der Wiese sich stabilisiert bis leicht vergrößert hat. Eine Pflanzenliste wird jedes Jahr aktualisiert.
Zwei errichtete Lesesteinhaufen haben sich mit Zauneidechsen bevölkert.
Die aufgeschichteten Holzstämme bieten Tieren Unterschlupf.
Die angebrachten Nistkästen warten auf Wieder-Belegung.

Pflanzenliste der Streuobstwiese, Stand: 12.2008
Chrysanthemum leucanthemum
- Wiesen Margarite
Clematis vitalba - Waldrebe
Colchicum autumnale - Herbstzeitlose fruchtend
Corydalis bulbosa - Fester Lerchensporn
Corylus avellana - Hasel
Dactylus glomerata - Knäuelgras
Euphorbia amygdaloides - Mandelblättrige Wolfsmilch
Euphorbia cyparissias - Zypressen Wolfsmilch
Euphorbia dulcis - Süße Wolfsmilch
Euphorbia helioscopia - Sonnenwend Wolfsmilch
Euphorbia lathyris - Kreuzblättrige Wolfsmilch
Euphorbia verrucosa - Warzen Wolfsmilch
Ficaria verna - Scharbockskraut
Filupendula vulgaris - Knolliges Mädesüß
Fragaria vesca
- Wald-Erdbeere
Galium aparine - Kletten Labkraut
Galium mollugo - Weißes Labkraut
Gentiana ciliata - Gefranster Enzian
Geranium robertianum - Stinkender Storchschnabel
Geranium pyrenaicum - Pyrenaen Storchschnabel
Glechoma hederacea - Gundelrebe
Gymnadenia conopsea - Große Händelwurtz
Hedera helix
- Efeu
Hieracium sylvaticum aggr. - Wald-Habichtskraut
Hippocrepis comosa - Hufeisenklee
Knautia pratensis - Wiesen-Witwenblume
Knautia silvatica - Wald-Witwenblume
Lamium maculatum - Gefleckte Taubnessel
Lamium galeobdolon - Goldnessel
Lathyrus nigra - Schwarzwerdende Platterbse
Lathyrus pratense - Wiesen-Platterbse
Listera ovata - Großes Zweiblatt
Lithospermum pupurea coeruleum - Blauroter Steinsame
Lonicera xylosteum - Rote Heckenkirsche
Lotus corniculatus - Gewöhnlicher Hornklee
Medicago lupulina - Hopfenklee
Melica nutans - Nickendes Perlgras
Melica uniflora - Einblütiges Perlgras
Mercurialis perennis - Mehrjähriges Bingelkraut
Ophrys apivera - Bienen-Ragwurtz
Orchis mascula
- Stattliches Knabenkraut
Orchis purpurea - Purpur Knabenkraut
Ornithogalum umbellatum - Dolden-Milchstern
Plantago major - Großer Wegerrich
Plantago media - Mittlerer Wegerrich
Poa pratensis - Wiesen-Rispengras
Polygala comosa - Schopfige Kreuzblume
Polygonatum multiflorum - Vielblütiger Salomonsiegel
Potentilla sterilis - Erdbeer- Fingerkraut
Primula veris - Arznei-Schlüsseblume
Prunus spinosa - Schlehe
Prunus mahalep - Stein-Weichsel
Pulmonaria obscura - Dunkles Lungenkraut
Ranunculus bulbosus - Knolliger Hahnenfuß
Ranunculus repens - Kriechender Hahnenfuß
Rhinanthus alectorolophus - Zottiger Klappertopf
Rumex acetosa - Wiesen-Sauerampfer
Salvia pratensis - Wiesen Salbei
Sanicula europaea - Wald-Sanikel
Sanguisorba minor - Kleiner Wiesenknopf
Sanguisorba officinalis - Großer Wiesenknopf
Scutellaria altissima - Hohes Helmkraut
Senecio vulgaris - Gemeines Greiskraut
Sonchus oleraceus - Kohl-Gänsedistel
Staphylea pinnata - Pimpernuß
Sorbus domestica - Speierling
Tamus communis - Schmerwurz
Taraxacum officinale aggr. - Löwenzahn
Valerianella carinata - Gekielter Feldsalat
Veronica chamaedrys - Gamander Ehrenpreis
Veronica hederifolia - Efeublättriger Ehrenpreis
Veronica teucrium - Großer Ehrenpreis
Viburnum lantana - Wolliger Schneeball
Vicia hirsuta - Rauhaarige Wicke
Vicia sepium - Zaun-Wicke
Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbwurz
Viola hirta - Rauhhaariges Veilchen
Viola odorata - Wohlriechendes Veilchen
Viola reichenbachiana - Wald-Veilchen

Dr. Wolfgang Langer

Ansprechpartner:

Wolfgang Langer
Am Kirchacker 25
79115 Freiburg
E-Mail: wolfgang.langer(a)blnn.de

Dr. Josef Schneider
Obere Schneeburgstraße 62
79111 Freiburg
E-Mail: info(a)schneider-fr.de


Ophrys apivera


Veronica teucrium


Gymnadenia conopsea


Lithospermum pupurea coeruleum


Filupendula vulgaris

 

 
 
 
 
 

Das NSG Plattenmoos -
Moorrenaturierung im letzten noch lebenden, d.h. im Wachstum begriffenen Hochmoor der Baar

Lage

Das NSG Plattenmoos liegt südlich von Villingen-Schwenningen zwischen den Ortschaften Pfaffenweiler und Tannheim. Das Gebiet liegt an der Grenze der Naturräume Östlicher Schwarzwald und Baar, die mit den Übergang zwischen Bundsandstein und Muschelkalk gleichzusetzen ist.
 

Lebensräume und ihre Bewohner

Der zentrale Teil des Gebiets wird von einem nur bedingt ombrotophen, d.h. nur Regenwasser beeinflussten Hochmoor eingenommen. Die Torfschicht ist maximal vier Meter mächtig. Im Randbereich finden sich Übergangsmoore mit Mineralbodenzeigern und artenreiche Niedermoorwiesen. Geologisch und pedologisch bedingt haben sich im westlichen Teil des Gebietes auf eher saurem Untergrund u.a. Braunseggensümpfe ausgebildet. Im Östlichen Teil der auf Basen reichem Muschelkalk stockt bilden andere Basidophyten reiche Pflanzengesellschaften aus, wie zum Beispiel das sehr seltene Mehlprimel- Kopfbinsen-Ried (Primulo-Schoenetum ferrugineum) oder das Davalls Seggen-Ried (Caricetum davallianae). Auf den teilweise noch bewirtschafteten ein – zweischürigen Mähwiesen blühen im Frühjahr Tausende von Trollblumen (Trollius europaeus), deren blaßgelbe Frabe vom helllila des Kleinen Baldrians (Valeriana minor) unterlegt wird. Auf den Sumpfwiesen wächst auch der Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre) und das seltene Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), das zur Familie der Orchideen gehört.
Der überwiegende Teil des Gebietes wird von Fichtenwäldern eingenommen. Als Besonderheit findet sich jedoch im Moor die Spirke oder Moorkiefer (Pinus rotundata), die hier ihr einziges Vorkommen auf der Baar besitzt.
Der zentrale Teil des Moores wird durch die Hochmoor typischen Ericaceen wie Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Moosbeere (Oxycoccus oxycoccus) und Rosmarinheide (Andromeda prolifera) gekennzeichnet, die mit dem extremen, da u.a. auch xerothermen Standort auf den wechselfeuchten Torfböden zurecht kommen. Im Juni leuchten die die schneeweißen Fruchtstände des Wollgrases (Eriopherum vaginatum), das auf den Moorböden große Bestände von mehreren Tausend Exemplaren ausbildet.
Das Moor wird auch von spezialisierten Tieren, wie dem Hochmoor-Gelbling (Colias palaeno), der Kreuzotter (Vipera berus) oder dem Baumpieper (Anthus trivialis) besiedelt. Die blütenreichen Streuwiesen dienen den Faltern als Futter- und Entwicklungshabitat. Hier können verschiedene Perlmutterfalter der Gattung Boloria und Argynnis oder der seltene Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamaeris lucina) beobachtet werden.
Die zahlreichen Gewässer in den überschwemmten Streuwiesen, den Moor-Schlenken oder den Gräben werden u.a. von Grasfrosch und Erdkröte als Laichhabitat genutzt. Dort entwickeln sich auch moortypische Libellen wie die Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea).
 


Mehlprimel
(Primula farinosa)


Spatelblättrigem Greiskraut
(Tephroseris helenitis)

Geschichte des Plattenmooses

Im Gebiet des Plattenmooses wurde bis 1936 industriell Torf abgebaut. Durch den Krieg bedingte Notzeiten führten zu einer Wiederaufnahme des Torfabbaus bis in die 1950er Jahre. Durch diese Abbautätigkeiten entstanden einerseits wertvolle, meist mit Wasser gefüllte Torfstiche auf der anderen Seite wurde jedoch der Wasserhaushalt der kleinen Torfkörpers erheblich beeinträchtigt. Zudem wurde durch die Anlage von Entwässerungsgräben und die Aufforstung der entwässerten Moorböden mit Fichten das Moor größtenteils zerstört. Die Entwässerung führte zur Mineralisierung des Torfes und zur Ansiedlung von Generalisten, die die moortypische Flora und Fauna vielfach verdrängten und das Plattenmoos als Lebensraum entwerteten.

   
Pflege und Entwicklung

Unser Anliegen ist es, unter anderem durch Entnahme von standortsfremden Fichten und die Wiedervernässung des Torfkörpers durch das Aufstauen der Entwässerungsgräben das Moor zu renaturieren. Aus stabilen Bohlen heimischer Tannen und Kiefern werden Dämme in die Gräben gebaut und dadurch der schnelle Abfluss des Wassers verhindert bzw. das Wasser aufgestaut. Diese Wiedervernässung kommt den Moor typischen Arten wie Rosmarinheide oder die Spirke/Moorkiefer zu gute, deren Bestand in den letzen Jahren durch die Maßnahmen wieder zugenommen hat. Um die jungen Spirken, die zusammen mit Moorbirken (Betula pendula ssp. carpatica) im Hochmoorkern natürlicherweise dominieren würden, zusätzlich zu fördern, entfernen wir in diesen Bereichen den Aufwuchs der Waldkiefer (Pinus sylvestris). In einem intakten Moor würde man die Waldkiefer nur in den Randbereichen finden, im Plattenmoos droht sie die Spirke aber auch im Hochmoorkern zu verdrängen.Im Randbereich des Moores finden sich artenreiche Niedermoorwiesen, die von AGN-Aktiven gemäht und abgezogen werden. Die Etablierung einer regelmäßigen Pflegemahd dient der Erhaltung und Entwicklung der Niedermoorwiesen und insbesondere der Bestände von Mehlprimel (Primula farinosa), Färberscharte (Serratula tinctoria) und Spatelblättrigem Greiskraut (Tephroseris helenitis).
 

 

AGN-ler beim Abziehen einer Streuwiese
 

Mehlprimel-Kopfbinsen-Davalls Seggen Ried
 
Klimaschutz

Moorrenaturierung ist aktiver Klimaschutz. Durch das Torfwachstum wird CO2 gebunden und in den Mooren unter anaeroben Bedingungen gespeichert. Durch die Wiedervernässung wird das Wachstum von Torfmoosen, die Haupttorfbildner sind, gefördert und die weitere Remineralisierung des Torfes, bei der gebundenes CO2 freigesetzt (emittiert) wird, unterbunden. Die Moore gehören zu den größten CO2 -Senken der Welt. Das revitalisierte Plattenmoos hat ebenfalls wieder eine Senkenfunktion übernommen.
 

Alle Naturliebhaber und Interessierte die mal wieder bei sinnvoller Arbeit frische Luft schnappen wollen sind herzlich eingeladen!

Pflegeeinsatz-Termine werden über den Mail-Verteiler der AGN bekannt gegeben.

Projektleiter

Kerstin Geigenbauer
Lichtenbergstraße 19
79114 Freiburg
kerstin.geigenbauer(a)blnn.de

Nach getaner Arbeit ...


... fröhliches Beisammensein mit Vesper.

Güterbahnhof

Auf den stillgelegten Schotterflächen des Güterbahnhofes gilt es, trockenheitsliebende Pflanzen- sowie Tierarten (z.B. Gottesanbeterinnen, solitär lebende Bienen, Mauereidechsen) zu erhalten. Durch das Entfernen von Büschen und andere Pflegemaßnahmen soll der für viele bedrohte Arten wichtige Lebensraum erhalten bleiben.
News: Die von der AGN betreute Ruderalfläche wird voraussichtlich Standort der "Rollenden Landstraße". Nach einem Informationstreffen mit Frau Essig vom Umweltamt Freiburg wurde beschlossen, dass die AGN auf der Fläche keine weiteren Pflegemaßnahmen durchführen, die künftigen Planungen jedoch kritisch begleiten wird.




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